Sonntag, 15. März 2009
Nicolas Hofer: Warum die Bankenkrise eine Krise der Geldordnung ist
Buchbesprechung: Die Kreatur von Jekyll Island
Ein Wirtschaftsfachbuch über die Geschichte und die Auswirkungen des Zentralbanksystems in den Vereinigten Staaten wird, von Fachleuten und interessierten Laien abgesehen, niemanden dazu bewegen, sich durch knappe 670 Seiten zu kämpfen. Aber dieses Buch ist mehr und es ist anders als es vermuten lässt. G. Edward Griffin nimmt sich gerne brisanter Themen an und kann sie in ihrer Komplexität allgemein verständlich darstellen. Das ist ihm hier wiederum gelungen und entstanden ist ein nur knapp 700 Seiten kurzer historischer Krimi über Finanzen, über Banken, Wirtschaft und Politik, über Verschwörungen und Kriege, den sie unbedingt lesen sollten. Dieses Buch ermöglicht dem Leser einen anderen Blick auf die Weltgeschichte der letzten 200 Jahre, ja es zwingt ihn dazu. Dieser Kriminalroman ist nicht der überbordenden, paranoiden Phantasie des Autors entsprungen, er basiert auf Tatsachen. Allerdings ist die Geschichte so unglaublich, dass sie fast unglaubwürdig erscheint. Griffin holt deshalb weit aus und hat eigentlich vier Bücher in einem zusammengefasst.Der erste Teil ist eine kurze Abhandlung über das Geld als der Basis des Bankwesens und der Währung. Im zweiten Teil wird belegt, wie Zentralbanken (also auch FED) zu Katalysatoren für Kriege werden. Die Geschichte des Zentralbankwesens in den Vereinigten Staaten wird im dritten Teil untersucht und der vierte Teil wendet sich der Analyse und Wirkungsweise der FED nach ihrer Gründung 1913 zu. Griffin hat den gesamten Stoff logisch in Kapitel strukturiert und gibt zu Beginn jedes Kapitels eine Kurzübersicht und am Ende eine Zusammenfassung. Das erleichtert das Lesen enorm, der Überblick bleibt erhalten und es ermöglicht theoretisch auch das Überspringen von Kapiteln ohne den Zusammenhang zu verlieren. Diese Strukturierung ist so leserfreundlich, dass sie Pflicht werden sollte.
Alle spröden Fachbegriffe weitgehend umschiffed, wird dem Leser ermöglicht, den Weg des Geldes von seiner Entstehung als allgemeines Tauschmittel bis zu den heutigen Milliarden-Kreditvergaben an Staaten durch den IWF/Weltbank zu verfolgen. In erster Linie, so macht er deutlich, basiert Geld auf der Anerkennung als Währung durch den Bürger und eigentlich nur darauf. Gold und Silber waren früher akzeptierte Währungen, manche Banken gaben eigenes Geld heraus, aber prinzipiell sind auch Lebensmittel, Zigaretten oder Regionalgeld möglich. Das staatliche Papiergeld müssen wir dagegen per Gesetz annehmen. Wie konnte es dazu kommen? Konspirativ hat ein Kartell von Banken das FED-Zentralbanken-System in den Vereinigten Staaten vorbereitet und politisch eingefädelt. Entgegen der seriös klingenden Bezeichnung Federal Reserve System ist es aber weder staatlich noch gibt es Reserven. Die Zentralbank erschafft, den Alchemisten gleich, Geld aus dem Nichts genauer: aus Schulden. Würden also alle Schulden abgezahlt, verschwände das gesamte Geld. Dieses Kartell hat sich das Privileg der Zinseinnahmen auf das selbst geschaffene Papiergeld gesichert, der amerikanische Kongress hat dafür Zugang zu einem praktisch unbegrenzten Geldvorrat. Eine unheilige Partnerschaft zwischen Banken und Politik, bei der beide gewinnen! Wer sind die Verlierer? Die künstliche Ausweitung des Geldvorrates durch das Drucken von Papiergeld ist Ursache der Inflation und eigentlich eine versteckte Steuer. Diese Entwicklung geht, wie die Geschichte zeigt, nicht ewig gut, sondern führt irgendwann zu Wirtschaftskrisen und einer Abwertung des Geldes. Damit werden die Staatsschulden schlagartig minimiert und die Bürger quasi enteignet. Das FED hat zwar für die Stabilität des Dollars zu sorgen, trotzdem hat der Dollar seit Einführung des Zentralbank-System 95 % seines Wertes eingebüßt. Verwundert? Das hat weder mit Zufall noch mit mangelnder Intelligenz zu tun. Für Griffin sind Verschwörungen die Norm und nicht die Ausnahme und er belegt das ausführlich und spannend von der Unterstützung kommunistischer Revolutionen durch das CFR über den Untergang der Lusitania bis hin zur Finanzierung von Diktatoren und Kriegen durch Weltbank und IWF. Wozu Kriege mit Waffen führen, wenn Staaten über Kredite einfach und viel unauffälliger zu kaufen sind?
Als Ergebnis dieser Entwicklung zeichnet sich die Schaffung einer Neuen Weltordnung mit einer Weltregierung und einer Einheitswährung ab. Unsinn? Ich hoffe immer noch die Frage bejahen zu können, aber Griffin liefert zu viele Fakten, die das Gegenteil belegen.
Der Leser kann viel Zeit mit der Lektüre dieses Buches vergeuden, wenn er gute Nachrichten erwartet oder den Glauben von Politikern, Experten und Kommentatoren teilt, dass alles gut wird. Finanzen und Geld dürfen nicht die Domänen von Experten und Politikern bleiben, sie gehen den Bürger an. Nur deshalb konnte er wahrscheinlich dieses Buch über eine so komplexe Materie wie diese Geheimwissenschaft des Geldes schreiben, von der die meisten Menschen glauben, dass sie sie sowieso nicht verstehen. Doch, es geht. Dieses Buch ist deshalb ein aktueller Beitrag zur Aufklärung als eines Ausgangs des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Der Chiemgauer - Eine Alternativwährung
Mittlerweile gibt es eine Reihe von Regionalwährungsinitiativen. Hier ein Auszug:
- Urstromtaler (Sachsen-Anhalt)
- Elbtaler (Region Dresden)
- Lausitzer (Lausitz)
- Berliner (Berlin)
- Havelblüte (Potsdam)
- Volmetaler (Hagen)
- Zschopautaler (Mittweida/Zschopau)
- Der REGIO (München)
- Roland (Bremen)
- Waldviertler (Waldviertel)
- Kirschblüte (Witzenhausen)
- Sterntaler (Berchtesgadener Land)
Bericht von BR alpha: Alpen - Donau - Adria, Sendung vom 9. März 2009
Chiemgauer Regiogeld auf ARTE, soziale Experimente in Europa. 6-minütiger Beitrag zum Chiemgauer von Anne Richard.
Bericht über den Chiemgauer bei plus minus:
Donnerstag, 12. März 2009
Joytopia: Wohlstand für alle in Harmonie mit der Natur
Im voll besetzten Saal des Kolpinghauses in Wien-Währing sprach Bernd Hückstädt am 10. Januar 2008 im Anschluss an den Film "Fabian – Gib mir die Welt plus 5 Prozent". Während sich der Film mit der Frage nach dem „Warum“ befasst, geht es Bernd Hückstädt um die Frage nach dem „Wie“: Wie lässt sich Wohlstand für alle erreichen, so dass die Reichen reich bleiben und die bisher Armen zu Wohlstand gelangen?
„Alles ist möglich, wenn Du es Dir vorstellen kannst“, betont Bernd Hückstädt und erklärt in 48 kurzweiligen Minuten nicht nur ein ganzes Geld- und Wirtschaftsmodell – die „Natürliche Ökonomie für weltweiten Wohlstand in Harmonie mit der Natur“ – er zeigt auch einfache Methoden auf, wie wir unser volles Potenzial entfalten und mit wenigen Regeln gemeinsam ein großes Ziel erreichen können: FREE 2013 – Eine freie Erde bis zum Jahre 2013.
Donnerstag, 5. Februar 2009
Die Waldviertler Regionalwährung
Quelle: http://www.waldviertler-regional.at
Was ist der Waldviertler?
Der Waldviertler ist ein ergänzendes Tausch- und Zahlungsmittel zum Euro im Waldviertel. Er ist keine eigene Währung, sondern ein legales, vereinsinternes Gutscheinsystem. Er dient zur Förderung der regionalen Wirtschaft und zur Unterstützung von gemeinnützigen Vereinen.
Wie funktioniert der Waldviertler?
Die Kunden tauschen Gutscheine 1:1 zum Euro, die damit bei den teilnehmenden Unternehmen einkaufen. Die Gutscheine sind immer bis zum Ende eines Quartals gültig und können gegen eine geringe Gebühr (2%) erneuert werden. So bleibt der Waldviertler im Fluss und kurbelt die regionale Wirtschaft an.
Was bringt es dem Unternehmen?
Über das Netzwerk werden neue Kunden auf die Unternehmen aufmerksam und auch Stammkunden kaufen oft mehr ein. Wer beim Waldviertler mitmacht, zeigt in der Öffentlichkeit sein Engagement für die Region. Die Unternehmen unterstützen die von den Kunden gewählten Vereine, die Vereine wiederum werben bei ihren Mitgliedern für die teilnehmenden Unternehmen.
Wie hoch sind die Beiträge?
Die Höhe des Beitrags hängt von dem zurück getauschten Waldviertler-Wert ab. Wer Waldviertler zurück tauscht, bezahlt einen Regionalbeitrag von 5%. Wer Waldviertler einnimmt und mit diesen wieder einkauft, hat keine Kosten.
Wer bekommt die Beiträge?
Gemeinnützige Vereine in der Region. 3% erhält der vom Kunden gewählte Verein, 2% gehen an den Waldviertler - Verein für regionales Wirtschaften.
Steuern und Abwicklung
Waldviertler-Einnahmen werden wie Euro verbucht. Die Rückgabe erfolgt bei den Ausgabestellen. Dem Unternehmen werden 95% des Wertes überwiesen. Für den Regionalbeitrag in Höhe von 5% erhalten die Unternehmen eine Rechnung.
Der Trailer zum Film "Waldviertler":
Der Film „Waldviertler – Neues Geld für's Waldviertel” ist komplett unter diesem Link anzusehen und beleuchtet den Versuch einer Region mittels einer Regionalwährung selbstbestimmt voran zu kommen. Der „Waldviertler” soll helfen Kreisläufe zu schließen, Wertschöpfung in der Region zu halten, gemeinnützigen Vereinen Finanzierungsalternativen zu eröffnen und mittel- bis langfristig Arbeitslosigkeit zu lindern und Abwanderung zu stoppen.
Freitag, 30. Januar 2009
Was sagt Andreas Popp zum Thema Geld, Inflation und Neuordnung
Sonntag, 18. Januar 2009
Prof. Dr. Eberhard Hamer: Der Weltgeldbetrug
Der komplette Artikel zum Vortrag ist hier nachzulesen.